Mikroklima-Management

Gartenklima und Temperatur

Das Klima, in dem wir leben, wird in erster Linie von der Sonne und von Geografie, Höhe, Lage, Wasser und Feuchtigkeit, Flora und Fauna, Treibhausgasen und einer Vielzahl anderer Faktoren geformt und beeinflusst. In deutlich geringerem Maße hat jeder geografische Ort sein eigenes Mikroklima – und dazu gehört auch dein Garten. Das Verstehen und die Verwaltung dieses Mikroklimas können dir dabei helfen, das Wachstum und die Gesundheit deines Gartens zu optimieren. Das Thema mag einschüchternd klingen, eigentlich ist es aber ganz einfach, die Mikroklimata in deinem Garten zu verstehen.

Einfluss von Temperatur und Licht

Die Temperatur ist in geschlossenen, abgeschirmten und freiliegenden Bereichen unterschiedlich. Der Wert, den ein Thermometer vor deiner Küchentür anzeigt, gilt nicht automatisch für alle Teile des Gartens. Ein offenes Stück Bodenfläche ist aufgrund der direkten Sonneneinstrahlung wärmer als der Boden im Schatten eines Baumes. Erhöht gelegene Flächen sind ebenfalls wärmer, da hier Wärme zurückgehalten wird und sie der Sonne etwas näher liegen. Es versteht sich von selbst, dass Standorte, die vor der Sonne versteckt oder schattig sind, niedrigere Temperaturen aufweisen. Warum ist das wichtig? Schattige Bereiche sind weniger humid und weisen einen höheren Feuchtigkeitsgehalt auf. Dies sind günstige Wachstumsfaktoren für neue Setzlinge und empfindliche Pflanzen. Ebenso sollten robustere Pflanzen, die wärmere Temperaturen oder mehr Sonnenlicht benötigen, außerhalb dieser schattigen Zonen gepflanzt werden. Wenn du plötzlich kältere oder wärmere Zonen in deinem Garten entdeckst, könnte das auf das Vorhandensein von Frosttaschen oder wasserhungrigen Eindringlingen hinweisen. Eventuell ist dies genau der richtige Zeitpunkt um dir deine Sherlock-Holmes-Mütze aufzusetzen, dir eine Pfeife anzuzünden und mit den detektivischen Ermittlung zu beginnen.

Abhängigkeit von Luftfeuchtigkeit und Luftzirkulation

Der Wasserdampf in der Luft hilft, die vom Boden reflektierte Wärme einzufangen, was zur Temperaturregulierung beiträgt. Das Vorhandensein oder Fehlen von Wasserdampf (Feuchtigkeit) in der Luft spiegelt sich in der Luftfeuchtigkeit wider. Niederschläge und Wasserkörper in der Nähe helfen dabei, diese auf einem hohen Niveau zu halten, was förderlich für Wärmespeicherung und Wasserversorgung ist. Bereiche mit einer niedrigen Luftfeuchtigkeit können die Umgebungstemperatur mithilfe einer guten Luftzirkulation noch regulieren. Diese trägt jedoch auch zum Temperaturabfall bei. Wie wir alle wissen, steigt Wärme nach oben, sodass eine starke Luftzirkulation den Wasserdämpfen kinetische Energie liefert, damit sie nach oben schweben können. Du kannst die Auswirkungen mit regelmäßiger Bewässerung oder durch den Einsatz von Sprinklern mildern. Dies ist jedoch nur in warmen Perioden möglich. Im Winter oder zu anderen kalten Zeiten kannst du die Luftzirkulation nur begrenzt beeinflussen, insbesondere bei starkem Wind.

Verwaltung des Mikroklimas in deinem Garten

Jetzt, wo du die vier Hauptfaktoren der Abweichungen des Mikroklimas kennst, musst du dich fragen, welche Schritte du unternehmen solltest, um negative Auswirkungen zu minimieren? Pflanze junge Triebe und Setzlinge immer in warmen Zonen. Diese kannst du durch periodische Messungen der Boden- und Umgebungstemperatur während des Tages erkennen. Führe Aufzeichnungen in einem Notizbuch, damit du nach und nach Hotspots und Kälteeinschlüsse identifizieren kannst. Wind wirst du nicht ablenken oder eindämmen können, arbeite also um ihn herum. Verwende Schuppen- oder Küchenwände als Schutz für empfindliche Pflanzenarten. Befestige ein loses Netz, um dem Wind seinen Biss zu nehmen. Orientiere deine Pflanzen abseits des jahreszeitlichen Windweges. Führe auch regelmäßige Bodenuntersuchungen durch, da u. a. Erosion und Kälteeinbrüche den pH-Wert des Bodens schnell verändern können.

Es gibt natürlich zahlreiche andere Schritte, die du unternehmen kannst, um das Klima deines Gartens positiv zu beeinflussen, die in diesem Artikel genannten sollten dich aber auf den richtigen Weg bringen. Sobald du dich an diese Grundlagen gewöhnt haben, kannst du komplexere Lösungen für deine Garten erforschen.

Tree in sun